Studienreise Rumänien mit der Kolpingsfamilie Ramsen:

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9 Tage Rumänien vom 29. September – 07. Oktober 2018

„Um Gottes willen, was wollt ihr denn da?“

Das war wohl die häufigste Frage, die wir zu hören bekamen, als wir unsere Rumänien - Studienreise vorstellten.

Sie werden sich wundern, denn Rumänien hat eigentlich alles, was Reisende sich wünschen.

1. Tag:

Mit 44 interessierten Reisefreunden flogen wir nach Bukarest, wo uns am Flughafen schon unser Reiseführer Benjamin Neurohr empfing. Seine erste Ansage: „Sagt alle Benny zu mir“.

Benny war ein Gewinn für unsere Reise. Mit einem großen Wissen über sein Land und die Geschichte, immer freundlich, aufmerksam und hilfsbereit jedem gegenüber.

Unser Besuch begann mit einer Fahrt in die Innenstadt, hier lernten wir bereits wäh­rend einer Stadtrundfahrt unter anderem den Triumphbogen, den Piata Victoria, den Revolutionsplatz, den Palast des Parlamentes, die Patriarchenkirche und die schön restaurierte Altstadt kennen. Anschließend war Check-in im Hotel Venezia

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Der Triumphbogen

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Das zweitgrößte Parlamentsgebäude der Welt

2. Tag:

Die Fahrt ging nach Sinaia. Sinaia war bis Ende des Zweiten Weltkrieges die Sommerresidenz der rumänischen Königsfamilie. Der Bau der Schlossanlage begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurde 1914 vollendet. Schloss Peles – Sitz Karls I. und Königin Elisabeths – mit Aufzug, Zen­tralstaubsauger, Elektrizität etc. – war eines der modernsten Schlösser dieser Zeit. Die Räume des Schlosses sind mit kostbaren Möbeln ausgestattet. Das kleinere Schloss Pelisor befindet sich ebenfalls auf dem riesigen Schlossge­lände, es wurde als Hochzeitsgeschenk für Thronfolger König Ferdinand und Königin Maria erbaut. Anschließend ging es nach Brasov, wo wir die Schwarze Kir­che besichtigten. Sie besitzt die größte mechanische Orgel in Rumänien und die damaligen Gestühle sind mit Malereien versehen, anhand derer man erkennen kann, welche Zunft hier welche Plätze eingenommen hat. Anschließend fuhren wir zu unserem Hotel Piatra Mare im Raum Brasov.

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Schlossanlage Peles 

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Die Altstadt von Brasov (Kronstadt)

3. Tag:

Der dritte Tag begann mit der ausführ­lichen Besichtigung in Brasov (Kronstadt), einer der wichtigsten Städte Siebenbür­gens. Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft lautet Corona. Tatsächlich war Brasov schon ab dem Mittelalter die „Krone“ aller deutschen Siedlungen in Siebenbürgen. Eine Ortschaft die sich dank der Zünfte, der guten Handwerker und Händler sehr schnell entwickelt hat. Auf dem großzügigen Rathausplatz steht das 1420 erbaute Rathausgebäude, heute Geschichtsmuseum der Stadt. Der rumä­nische Teil der Stadt bietet als Sehenswür­digkeit die orthodoxe Nikolaus-Kirche. Im Innenhof der Kirche befindet sich auch das Gebäude, in dem die erste rumäni­sche Schule gegründet wurde. Danach stand eine der mächtigsten Kirchenbur­gen im östlichen Siebenbürgen auf dem Programm – Prejmer (Tartlau), die in ihrer Geschichte nie von Angreifern eingenom­men werden konnte. Letzte Besichtigung des Tages war Burg Bran (Törzburg). Die Burg entstand Ende des 14. Jahrhunderts und hat im Mittelalter für Siebenbürgen, sowohl aus militärischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen, eine sehr wich­tige Rolle gespielt, Mit dem historischen Dracula, dem walachischen Fürsten Vlad Tepes, hat sie nichts zu tun, trotzdem ist die Burg Bran auch als „Dracula-Burg“ bekannt. Burg Bran war aber Sommerre­sidenz von Ferdinand und Maria. Königin Maria hat die Burg besonders geschätzt und dort viel Zeit verbracht. Eine zweite Nacht verbrachten wir im Hotel Piatra Mare.

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Kirchenburg Prejmer  (Tartlau)  

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Burg Bran (Törzburg) wird als Dracula Burg vermarktet

4. Tag:

Wir verließen die Berge der Südkarpaten und fuhren Rich­tung Norden. Bevor wir Siebenbürgen verließen, besuchten wir das hübsche Städtchen Sighisoara (Schässburg). Auf einer Bergnase befindet sich eine der wenigen noch bewohnten mittelalter­lichen Burgen Europas. Während eines Rundgangs sahen wir den Uhrenturm, einen der ehemaligen Wehrtürme und die Bergkirche. Sighisoara wird in vielen Reiseführern auch als Geburtsstadt des Fürsten Vlad Tepes (Vlad der Pfähler) erwähnt. In den letzten Jahrzehnten wurde der walachische Fürst auch mit Dracula verglichen. Tatsache ist, dass er hier vier Jahre seines Lebens verbracht hat. Im ehemaligen „Geburtshaus Dracu­las“ befindet sich heute ein Restaurant. Auch den Friedhof mit den vielen Deutschen Namen besuchten wir. Die Fahrt ging weiter durch die schöne Naturlandschaft der Ostkarpaten, zum Lacu Rosu (roter See) und durch die Bicaz Klamm. Wir konnten die beeindruckenden Felsformatio­nen sehen und fotografie­ren. Am Abend erreichten wir Piatra Neamt und übernachteten im Hotel Central Palace. Da unser erster Fahrer Adrian die wöchentlichen maximal Fahr - Stunden erreichte und zurück zu seiner Familie fuhr, wurde er für die restlichen sechs Tage von Marcel ersetzt. Beide Fahrer machten einen klasse Job.

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Stadttor von Sighisoara (Schäßburg)  

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Der Uhrenturm  war auch gleichzeitig Stadttor

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Lacu Rosu (Roter See)

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Bicaz Klamm

5. Tag:

Ein ganz besonderer Höhepunkt unserer Reise erwartete uns am 5. Tag. Wir besuchten drei der weltberühmten Moldauklöster. Die Moldauklöster sind eine Gruppe von über 40 rumänisch-orthodoxen Klöstern in der südlichen Bukowina. Die Bauten wurden im 15. und 16. Jahrhundert im damaligen Fürstentum Moldau von Stefan dem Großen und seinen Nachfolgern für Siege auf dem Schlachtfeld veranlasst. Acht Kirchen und Klöster gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe; davon lernten wir die Klöster Voronet, Humor und Moldovita kennen. Im Kloster Moldovita empfing uns die Nonne Tatiana, die uns in ihrer resoluten Art in den orthodoxen Glauben einführte. Obwohl jedes dieser Klöster in seiner Art einzigartig ist, sind alle doch einer Epoche zuzuordnen. Um 1530 entstanden, haben die Fresken bis heute nichts von ihrer leuchtenden Schönheit verloren und zei­gen nicht nur sakrale, sondern auch welt­liche und politische Motive. Abends errei­chten wir die nördliche Bukowina und das Hotel Gerald‘s.

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Stellvertretend für die drei Moldauklöster, hier das Kloster Moldovita außen und innen.

6. Tag:

Wir fuhren wieder Richtung Westen und überquerten den beeindruckenden Pris­lop-Pass, um in die Region Maramures zu gelangen. Besonders die Holzverarbei­tung hat in Maramures Tradition. Kunst­voll geschnitzte Tore, Skulpturen und natürlich die berühmten Holzkirchen, wie z. B. die Holzkirche in Rozavlea und die bezaubernde Klosteranlage in Barsana, standen auf dem Programm. Abends errei­chten wir Sighetu Marmatie mit einer Übernachtung im Hotel Gradina Morii.

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Die berühmte Holzkirche in Rozavlea,     

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die innen direkt auf Holz bemahlt wurde.

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Die kunstvoll geschnitzten Tore und Holzkreuze in der Region Marmamures.

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Die Klosteranlage mit den Holzkirchen in Barsana.

7. Tag:

Unsere Fahrt nach dem Frühstück führte uns nach Sapanta, um hier den „Heiteren Friedhof“, eine besondere Sehenswürdigkeit, zu besuchen. Auf strahlend blauen Holz­kreuzen ist zum Andenken an den Ver­storbenen ein Vers oder eine Malerei zu sehen. Über Baia Mare (Frauendorf) mit kurzem Stopp in der Altstadt ging die Reise weiter nach Cluj Napoca (Klausenburg). Während der Besichtigung sahen wir die katholische Michaelskirche, die ehema­ligen Wehrmauern und die orthodoxe Kathedrale. Im Grand Hotel Napoca verbrachten wir eine angenehme Nacht.

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Der heitere Friedhof in Sapanta, nahe der Ukrainischen Grenze.

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Sehenswürdigkeiten in Cluj Napoca (Klausenburg)

8. Tag:

Nach dem Frühstück kauften wir für unser Mittags Picknick ein und fuhren über Turda in Richtung Sibiu (Hermann­stadt). Wir erreichten Biertan (Birthälm), ein typisches Bauerndorf in Sieben­bürgen, wo wir auf dem Dorfplatz unsere eingekauften, landestypischen Speisen und Getränke verzehrten. Die wehrhafte Kirchen­burg (UNESCO-Weltkulturerbe), die als schönste Rumäniens gilt, besichtigten wir anschließend. In einem scheinbar vergessenen Turm sind unbearbeitete Originalfresken sichtbar. Wir schauten uns die Türme einmal etwas genauer an und entdeckten einzelne Gesichter. Eine Besonderheit und einer der Schätze der Burg ist die mechanisch aufwendige Sakristeitür mit 19 Riegeln, die auf der Weltausstellung 1889 in Paris vorgestellt wurde und große Beachtung fand. Nach der Weiterfahrt nach Sibiu, wo uns am Abend, ein Abschiedsessen in einem uri­gen Altstadtrestaurant erwartete. Der abendliche Abschluss fand in der Hotelbar des Golden Tulip Ana Tower statt.

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Kirchenburg und UNESCO Weltkulturerbe in Biertan (Birthälm)

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Hochaltar der Kirchenburg 

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Sakristeitür mit 19 Riegel

9. Tag:

Nach dem Verladen der Koffer, machten wir einen Stadtrundgang in Sibiu, gegründet von den deutschen Kolonisten, später Siebenbürger Sach­sen genannt. Schon Ende des 12. Jahr­hunderts war Sibiu eine der wichtigsten Handelsstädte Siebenbürgens und 2007 Kulturhauptstadt Europas. Ein Stadtrund­gang durch die umfangreich restaurierte Altstadt führte uns zum Großen und Klei­nen Ring. wir gingen über die Lügen­brücke und erreichten die evangelische Stadtpfarrkirche sowie die orthodoxe Kathedrale (eine der größten in Sieben­bürgen). Uns blieb noch etwas Zeit für einen Bummel und kleine Einkäufe, bevor der Transfer zum Flughafen erfolgte. Dort verabschiedeten wir uns von unserem Reiseleiter und dem zweiten Fahrer Marcel, der uns sechs Tage durch Rumänien fuhr. Der Rückflug ging mit einer Propellermaschine nach Wien, mit kurzem Aufenthalt, um ihn dann mit einem Airbus von Wien nach Frankfurt fortzusetzten. Firma Cassel holte uns vom Flughafen Frankfurt ab und brachte uns wieder wohlbehalten nach Ramsen.

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Stadtmauer mit Wehrturm von Sibiu (Hermannstadt)

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Das Brunkenthal-Palais in Sibiu

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Die Lügenbrücke von Sibiu. Es ist alles in Ordnung, es waren nur anständige Menschen drauf.